Selected Works

36 NEIN
36 NEIN


Am 10. April 1938 fand im Zuge des „Anschlusses“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland eine manipulierte Volksabstimmung statt, die den Schein der Legitimität für die bereits vollzogene Machtübernahme durch das NS-Regime erzeugen sollte, unter massivem Druck, Propaganda und Einschüchterung stimmten über 99 % der österreichischen Bevölkerung laut offiziellen Angaben für den Anschluss. Doch selbst in dieser dunklen Zeit gab es vereinzelte mutige Zeichen des Widerstands – wie die 36 Nein- Stimmen aus der Gemeinde Rankweil in Vorarlberg.

Die 36 Nein-Stimmen aus Rankweil zeigen, dass individuelle Freiheit selbst unter Terror nicht ganz erlosch.

ISBN
ISBN


Die Verwendung der ISBN-Nummern von den damals verbrannten Büchern sehe ich in einem zeitgemäßen Zusammenhang von Publikationen und Literatur – transportiert ins Jetzt! Durch die Wahl des Materials Aluminium und die Verwendung der Schriftart Bauhaus nimmt die Arbeit einen modernen Stil an.

Ausgewählt werden Bücher von ca. 40 Autorinnen und Autoren, bekannte und vergessene gleichermaßen, angeordnet an den 4 Seitenwänden zu je 10 Stück. Der Boden bleibt frei.

CASUS
CASUS


Material & Form: Neun Aluminiumguss-Sessel auf einem Betonfundament. Zwei Sessel stehen aufrecht, sieben liegen umgekippt.

Konzept:Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht – Bertolt Brecht zugeschrieben.
Für mich ein Gedanke, der im Heute und im Morgen Bestand hat. Meine plastische Arbeit sehe ich deshalb in einem weiterführenden Kontext. Sie soll für das Jetzt sprechen und zugleich für kommende Entwicklungen. Ich möchte die Würdigung der Widerstandskämpfer*innen im Nationalsozialismus hervorheben und stehe voll hinter dieser Ehrung. Dennoch ist eine Würdigung nach 70 Jahren für mich auch in einer zeitlosen, zukunftsweisenden Auslegung zu verstehen. Ein zeitloses Mahnmal, das Widerstand im Kontext von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verhandelt.

DESIDERATA
DESIDERATA


Die verwendeten Motive sind bis auf die Narrenmaske (wird beibehalten) alle aus Wien, somit handelt es sich bei der Einreichung nur um eine grobe Skizze. Ausgangspunkt für meine Arbeit sind die Ornamente und Formen aus dem Bereich der Volkskultur, die im Museum selbst vorkommen und in einer umgekehrt plastischen Variante der „stencils „ benützt werden. Die Idee ist das sichtbar werden der Sammlung im Aussenraum, eine Art der Motivverbreitung. Im fragmentieren und vergrößern wird eine narrative Struktur nach aussen gelegt, die sich in der Sammlung erschliesst. Durch den Abstand zur Entreewand und die Wahl einer lasierenden Lackierung verändert sich je nach Tageszeit die Schatten und Licht Wirkung, eine „transmedialer“ Ansatz kommt hinzu.

VALDUNA
VALDUNA

Durch die Deckenmontage entsteht eine schwebende Präsenz, die wie ein Echo der Vergangenheit über der Gegenwart hängt. Das kreisrunde Format fungiert dabei als Fokuspunkt – ein Fenster in die Erinnerung, das die Balance zwischen Schwere der Thematik und Leichtigkeit der Form sucht. Im Kontext der regionalen Gedenkkultur bildet die Installation ein raumgreifendes Pendant zu den bodengebundenen Mahnmalen und lädt zu einer kontemplativen Auseinandersetzung mit der Geschichte ein.